woom-Designerin Christina Berger: “Man muss sich das innere Kind bewahren”

Posted by woom Team
Designerin Christina bei woom Messestand

woom-Designerin Christina Berger: “Man muss sich das innere Kind bewahren”

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Designerin Christina bei woom Messestand

Aus Anlass der Eröffnung des ersten woom-Fashion-Pop-up-Stores kommenden Donnerstag (17. Deptember 2020) hat Stephanie Rugel von der Austria Fashion Association mit woom-Designerin Christina Berger gesprochen. Hier das Interview.

 

Stefphanie Rugel: Worin besteht die „Spezialität“ deiner Arbeit bei woom?

Christina Berger: Nach einigen Jahren, in denen ich an meinem eigenen Label gearbeitet habe, habe ich begonnen, für andere Brands zu designen; Das Spektrum reicht hier von Trachten, über Outdoor Wear, Denim bis hin zu Fast Fashion Kollektionen. War es damals noch die Fähigkeit, die Dinge mit Leidenschaft und Ironie modisch auf den Punkt zu bringen (abseits eines verkaufsorientierten Denkens), ist es heute die Anforderung, ganz gezielt Produkte mit Funktion für einen bestimmten Einsatzzweck zu entwickeln.


Was macht es besonders herausfordernd, Mode für Kinder zu entwerfen?

Bekleidung für Kinder zu designen, gestaltet sich grundlegend anders als für Erwachsene. Hier spielen Preis, Funktion, Verantwortung im Bezug auf Ressourcen und vor allem Tragekomfort eine noch wesentlichere Rolle. Es darf nirgends zwicken und unbequem sein, es muss einfach sein, es muss preiswert sein, gleichzeitig zeitlos, nachhaltig und obendrein kindgerecht mit Witz (der Eltern und Kinder gleichermaßen anspricht). Das innerliche Kind zu bewahren, kann hier durchaus hilfreich sein ☺

 

Worauf achtest Du bei Deinen Entwürfen? Weshalb?

In unserem Fokus steht der Bezug zum Fahrrad. Daher sollen alle unsere Produkte Kinder so gut es geht beim Fahrradfahren unterstützen. Das betrifft die Funktion genauso wie das Material. Mein Ziel war, dass die Produkte simpel, bequem, unisex und pflegeleicht sind. Beim Material setzen wir außerdem - so gut es möglich ist - auf ressourcenschonende Textilien, die funktionelle Eigenschaften aufweisen. Wir sind ständig auf der Suchen nach neuen Technologien und Materialien, die wir für unsere kindgerechten Produkte einsetzen können.

 

Woher holst du dir die Inspirationen für deine Entwürfe?

Meine Inspiration hole ich mir vorwiegend aus dem Leben bzw. von der Straße. Auch von spezialisierten Messen, oder aus der persönlichen Erfahrung mit Produkten. Oft auch im geistigen Ping Pong mit Freunden. Grundlegend muss aber gesagt werden, dass bei Sportbekleidung / Outdoor Kleidung die Funktion im Vordergrund steht, dh man möchte bestehendes Produkt verbessern, man möchte ein Problem eines bestehenden Produkts lösen,die Welt verbessern und schöner machen; Man begibt sich auf die Suche nach neuen Materialien, Formen, Verschlusslösungen, Verarbeitungstechniken.Anders als bei Alltagsbekleidung für Frauen zum Beispiel wo man gemäß seiner Laune oder seinem Image ein Thema bearbeitet und die Inspiration unendlich ist.
Was ernährt Deinen Körper und was Deinen Geist? Wurstsemmeln,Käsekrainer, Fahrradfahren und das Meer.


Was bringt Dich zum Lachen?

Bad Taste und schwarzer Humor. Und natürlich meine besten Freunde und Kollegen, insbesondere mein „Work Husband Charly“: Charly und ich haben uns vor vielen Jahren beim Maßjeans Label Gebrüder Stitch kennengelernt und dort bereits miteinander gearbeitet: Unsere große Gemeinsamkeit ist unsere Leidenschaft für Mode und die Fähigkeit, nie um einen Scherz verlegen zu sein (ausser vielleicht Montag morgens). Charly arbeitet als Product Manager und kümmert sich um alle textilen Produkte in Ihrer Abwicklung und Produktion.

woom "Fashion Department"Das woom “Fashion department”- Das beste Gespann seit Sonny und Cher / oder Albano & Romina Power

 

Was ist die beste Entdeckung, die Du in den letzten Wochen gemacht hast?

Dass aufgewärmter Kaffee sehr gut schmecken kann..:-D

 

Christina Berger (Jahrgang 1980; Studium an der Universität für Angewandte Kunst)

Die Austria Fashion Association ist Informations-, Koordinations- und Servicestelle an der Schnittstelle von Modedesignern_innen, Wirtschaft und Kultur. Sie leistet Förderarbeit mit dem Ziel, die Professionalisierung und Internationalisierung der Modedesignszene Österreichs voranzutreiben. LINK: https://www.austrianfashionassociation.at/home.html

 

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