Radeln im Herbst – fünf Tipps wie ihr eine Erkältung vermeidet

Posted by Sarah Schwarz
Kind mit woom Fahrrad im Herbst-Wald

Radeln im Herbst – fünf Tipps wie ihr eine Erkältung vermeidet

Posted by Sarah Schwarz
Kind mit woom Fahrrad im Herbst-Wald

 Wind, Kälte, Nässe – und schon steht der erste Schnupfen vor der Tür. Viele Eltern kennen den Ablauf nur zu gut: Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt so manche kleine Nase bald zu laufen. Aufs Radfahren braucht man dennoch nicht zu verzichten: Denn moderate Bewegung an der frischen Luft stärkt die Abwehrkräfte und ist auch in der kalten Jahreszeit gesund für euer Kind und euch.

 

Wir haben die Allgemeinmedizinerin und zweifache Mama Dr. Katrin Baumgartner gebeten, uns Tipps zu geben, wie wir möglichst erkältungsfrei durch Herbst und Winter kommen. „Erkältungen bei Kindern sind relativ häufig. Verantwortlich dafür ist das noch nicht vollständig ausgebildete Immunsystem, das mit jedem Infekt dazulernt. Das Kind wird mit jedem dieser Infekte weiter gestärkt, die Eltern aufgrund der Sorge um das Kind aber manchmal entmutigen. So agiert man als Mama oder Papa oft ein wenig zögerlich, wenn es darum geht, einen Ausflug ins Freie zu machen. Hat man diese kleine Hürde gemeistert, stellt man fest, dass es allen gut tut und sich viele Bedenken in Luft auflösen.“

 

Vorweg wollen wir noch einer wichtigen Frage auf den Grund gehen: Warum erkälten sich Kinder eigentlich so schnell?

Auslöser einer Erkältung sind verschiedene Erkältungsviren, von denen es etwa 200 Arten gibt. Besonders häufig stecken Rhinoviren dahinter. Diese „Schnupfen- und Erkältungsviren“ kommen ganzjährig vor (auch in der warmen Jahreszeit).

Jetzt im Herbst wird es wieder kuscheliger und viele Aktivitäten verlagern sich ins Innere. Beim Kontakt mit vielen anderen Kindern in geschlossenen Räumen ist die Ansteckungsgefahr erhöht. In der kalten Jahreszeit ist zudem die Luftfeuchtigkeit wesentlich niedriger. Hinzu kommt, dass Kinder beim Toben und Spielen schnell aufs Trinken vergessen. Diese Faktoren zusammen führen dazu, dass die Schleimhäute austrocknen und wir besonders anfällig für eine Erkältung sind. Die Schleimhäute bilden nämlich eine natürliche Barriere gegen Viren und Bakterien. Trocknen diese aus, können Krankheitserreger wesentlich einfacher in unseren Körper eindringen und sich dort ausbreiten.

Das sind unsere Top 5 Expertentipps für eure herbstlich-winterlichen Radausfahrten:

  1. Wie warm soll ich mein Kind beim Radfahren im Herbst oder Winter anziehen? 

Die Herausforderung liegt darin, den richtigen Mittelweg zu finden. So soll euer Kind nicht im Fahrtwind frösteln, aber auch nicht gleich zu schwitzen beginnen, wenn es zwischendurch einmal voll in die Pedale tritt. Gleichzeitig braucht euer Kind genügend Bewegungsfreiheit – in einer steifen Regenbekleidung macht die Radtour keinen Spaß.

Das Kälte- oder Wärmeempfinden bei Kindern ist außerdem individuell unterschiedlich: nicht jedem Kind wird gleich schnell kalt oder warm. Wichtig: Übertragt euer eigenes Temperaturempfinden nicht auf euer Kind. Und packt die jungen Radler nicht zu dick ein, immerhin sind sie beim Radfahren in Bewegung – sonst kann schnell ein Hitzestau unter der Bekleidung entstehen. Stattdessen solltet ihr lieber eine zusätzliche Lage einpacken. Wenn ihr unterwegs eine Pause einlegt, könnt ihr eurem Kind beispielsweise eine kuschelige Fleece-Weste überziehen. Dann kühlt es nicht gleich aus, selbst wenn es beim Radfahren dann noch ein wenig ins Schwitzen gekommen ist.

Wie beim Wandern bewährt sich auch beim Radfahren das Zwiebel-Prinzip, also das Anziehen verschiedener Bekleidungslagen in Schichten übereinander. Ideal für die Übergangszeit sind Naturmaterialien wie Wollwalk, der windabweisend und temperaturregulierend ist, also Feuchtigkeit vom Körper wegleitet. Auch die woom Produktdesigner haben sich dazu ihre Gedanken gemacht: Seit diesem Jahr haben wir die CINOTERRA Adventure Jacke im Sortiment, die wir eigens für Wind und Wetter entwickelt haben. Neben einer dünnen Mütze unter dem Helm dient auch ein Schlauchschal (zum Beispiel unser Merino-Schlauchschal) als Erkältungsvorsorge bei niedrigen Temperaturen: über Mund und Nase gezogen verhindert er, dass kalte Luft direkt in die Lungen gelangt.

Übrigens melden sich Kinder in der Regel schnell, wenn sie frösteln oder kalte Finger bekommen. Um herauszufinden, ob es euer Kind tatsächlich noch warm genug hat, könnt ihr auch mit der Hand in den Nacken bzw. zwischen die Schulterblätter greifen. Erst wenn es dort kalt ist, ist Vorsicht geboten. Kalte Finger und Füße allein müssen noch nicht gleich ein Zeichen dafür sein, dass euer Kind friert.

 

  1. Belastet Radfahren in der Kälte das Immunsystem?

Wer Bedenken hat, dass Radfahren bei Kälte erschöpfend oder sogar belastend für den kindlichen Organismus sein könnte, dem nimmt Dr. Katrin Baumgartner die Sorge: „Maßvolle Bewegung an der frischen Luft macht Spaß und gibt Energie. Der Körper wird trainiert und das Immunsystem so gestärkt.“ Wichtiger Punkt: Auf ein gesundes Miteinander aus moderater Bewegung und ausreichend Schlaf in Kombination mit der richtigen Ernährung achten. Was genau bedeutet das?

  • Bewegung: Mit der kühleren Jahreszeit endet natürlich nicht der Bewegungsdrang von Kindern. Auch jetzt brauchen Kinder täglich frische Luft und körperliche Aktivitäten – das ist an sich nichts Neues. Egal, ob das Fahrrad der tägliche Begleiter zur Schule ist oder für kleine Radausflüge genutzt wird – gemäßigtes Radfahren ist ideal, um den kindlichen Körper in den kalten Monaten zu aktivieren und fit zu halten.

  • Schlaf: Nach der Aktivierung beim Radfahren braucht der kindliche Körper dann Zeit für Regeneration im Schlaf. Nachts erholt sich der gesamte Organismus, dann ist der Parasympathikus, ein Teil des vegetativen Nervensystems, aktiv. Er dient dem Aufbau körpereigener Reserven. Die Herzfrequenz verlangsamt sich, die Darmtätigkeit wird auf das Notwendigste reduziert, der Körper kommt also zur Ruhe. Zudem werden in der Nacht Wachstumshormone ausgeschüttet, die für die Entwicklung eures Kindes wichtig sind. Der Vorteil eines Radausfluges liegt also auf der Hand: Durch die körperliche Aktivität entwickelt euer Kind abends eine gesunde Müdigkeit und findet in der Regel schneller in den Schlaf. Nur wenn man ausreichend viel schläft, kann das Immunsystem so funktionieren, wie es funktionieren soll.

  • Ernährung: Um den Körper bei Kälte auf konstanter Temperatur zu halten, muss der Organismus Energie bereitstellen. Somit ist in den kalten Monaten das Hungergefühl größer, weil der Kalorienbedarf steigt – das gilt für Groß und Klein. Zusätzlich benötigt das Immunsystem bestimmte Spurenelemente, um Krankheitserreger besser abwehren zu können. Dazu zählen Zink, Selen, Vitamin C und D. Nüsse und Samen, Haferflocken, Huhn mit Reis oder Datteln enthalten beispielsweise große Mengen an Zink und Selen. Blutorangen, Zitronen, Hagebutten und Kohlgemüse haben einen hohen Anteil an Vitamin C. Das „Sonnenvitamin” D, das unser Körper ohne Sonnenlicht nicht selbst produzieren kann, ist in fettigem Fisch enthalten. Wärmende, frisch zubereitete Mahlzeiten wie ein Linseneintopf oder eine Hühnersuppe sind ideal, um den Rad-Nachwuchs mit Kraft und Energie zu versorgen. Morgens ist euer Kind mit einem Frühstücksbrei perfekt gerüstet für die Radltour in den Kindergarten oder zur Schule.

 

  1. Wie plane ich einen Radausflug in der kalten Jahreszeit?

Im besten Fall solltet ihr für einen Radausflug einen Tag wählen, an dem ihr als Eltern genügend Zeit habt. Neben der passenden Bekleidung lohnen sich an kälteren Tagen auch ein paar präventive Vorbereitungen:

  • Nehmt jedenfalls ein warmes Getränk – zum Beispiel ungesüßten Tee – mit auf den Radausflug. Am besten gebt ihr eurem Kind vor der Abfahrt noch etwas zu trinken, denn – wie eingangs beschrieben – ist es in den kühlen Jahreszeiten wichtig, die Schleimhäute feucht zu halten.

Kind bei Trinkpause im Wald

  • Nach dem Ausflug ist eine warme Mahlzeit genau das richtige – im Optimalfall steht schon ein großer Suppentopf oder Milchreis verfeinert mit Zimt parat ;)

  • Mit einem warmen Bad schlagt ihr gleich zwei Fliegen mit einer Klappe – es ist schlaffördernd und die Dämpfe halten die Schleimhäute feucht.

Wenn ihr so einen Ausflug ein bis zwei Mal die Woche unternehmt, wird der Ablauf schnell zum Ritual, auf das sich euer Kind freut. „Feste Routinen sind nachweislich gesund, denn sie mindern Stress und geben dem Kind Sicherheit, weil sie das Kommende vorhersehbar machen“, sagt Katrin Baumgartner.

 

  1. Radtour im Herbst oder Winter: Worauf muss ich bei der Routenwahl achten? 

Vor ein paar Tagen haben die Kids noch mit kurzen Hosen im Garten getobt und plötzlich heißt es: warm anziehen! So ein plötzlicher Temperaturrückgang ist nicht zu unterschätzen, da er dem kleinen Organismus zusätzliche Energie abverlangt, die er zum Wachsen braucht. „Im Herbst ist es daher Zeit, das Tempo herauszunehmen”, erklärt Dr. Katrin Baumgartner: „Nicht zu viele Aktivitäten in einen Tag packen, besonders gut auf das Kind, aber auch auf sich selbst, achten.” Für das Radfahren mit eurem Kind bedeutet das:

  1. Einen Gang runterschalten: Statt einem ausgedehnten Radausflug solltet ihr an kühlen Tagen lieber kleine Runden vorziehen, um euer Kind nicht zu überfordern. Denn werden die Hände kalt und sinkt die Konzentration, ist ein kleines Hoppla schnell passiert. Dann hat euer Kind womöglich nicht mehr so schnell Lust auf Radfahren und ihr könnt das Fahrrad direkt einwintern.

  2. Gewohnte Wege: Bedenkt, dass sich euer Kind erst mal an die Witterungsbedingungen, das heißt niedrige Temperaturen, und die nasse Fahrbahn gewöhnen muss. Auch die Bremsen können sich bei Kälte anders als im Sommer anfühlen. Statt neue Routen zu entdecken, solltet ihr daher besser aus dem Sommer bekannte Strecken wählen – das gibt eurem Kind Sicherheit und macht den Ausflug für euch Eltern besser planbar. Kleine Fahrradspiele zwischendurch bringen zusätzlichen Spaß und trainieren überdies Konzentration und Geschicklichkeit.

  3. Erholung: Wenn ihr euch Punkt 1 und 2 zu Herzen nehmt, wird Radfahren ein richtiges Entspannungs-Programm für euer Kind sein, insbesondere nach einem aufregenden Tag im Kindergarten oder in der Schule. In einem Park oder Wald kann euer Kind vor sich hin cruisen und einfach mal die Ruhe genießen, ohne viel zu reden zu müssen.

 

  1.   Macht Radfahren auch in Herbst und Winter glücklich?

Die Nebelsuppe, die stundenlang, manchmal tagelang über der Stadt oder der Landschaft hängt, macht es uns oft schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden und hinaus zu gehen. Dabei kann ein gemeinsames Rad-Abenteuer in der Natur genau das Richtige an solchen grauen Tagen sein. Gerade im Herbst locken freudvolle Erfahrungen in der Natur: Mit dem Rad durch raschelndes Laub sausen, Kastanien sammeln oder nach Wildtieren Ausschau halten – all das sorgt für Abwechslung, Spaß und Entspannung. Dabei werden auch jede Menge Glücksbotenstoffe ausgeschüttet, die euer Kind zufrieden und ausgeglichen machen und dem Körper helfen, gesund zu bleiben. 

Kind mit woom Mountainbike im Wald

„Mit der richtigen Vorbereitung und durch Rücksichtnahme auf die jeweiligen Gegebenheiten kann Radfahren auch im Herbst und Winter jede Menge Kraft und Energie spenden”, fasst Allgemeinmedizinerin Katrin Baumgartner zusammen: „Je nach Wohnort kann das ganze Jahr Fahrradsaison sein. Sicherheit geht aber ganz klar vor und sollten die Witterungsbedingungen eine Tour nicht zulassen, ist es besser, auf das geliebte Fahrrad zu verzichten und es sich auf dem kuscheligen Wohnzimmer-Sofa oder im warmen Kinderzimmer gemütlich zu machen.”

Habt ihr noch erprobte Tipps und Tricks fürs Radfahren bei Kälte auf Lager? Dann schreibt uns gerne einen Kommentar!

 

Katrin Baumgartner arbeitet als Allgemeinmedizinerin und  Allgemein- und Arbeitsmedizinerin Katrin BaumgartnerArbeitsmedizinerin in Wien. Regelmäßige Bewegung und Sport sind ihr wichtig und das versucht sie ihren Kindern im Alltag auch vorzuleben und zu vermitteln.

 

 

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