Mit dem Fahrrad im Straßenverkehr: Worauf ihr achten müsst

Posted by Sarah Schwarz
Zwei Kinder mit ihren woom ORIGINAL

Mit dem Fahrrad im Straßenverkehr: Worauf ihr achten müsst

Posted by Sarah Schwarz
Zwei Kinder mit ihren woom ORIGINAL

Spielt ihr mit dem Gedanken, das Fahrrad in den Alltag zu integrieren? Vielleicht das erste Mal gemeinsam zur Schule zu radeln? Das Spielzeug wird zum Verkehrsmittel – eine neue Herausforderung für euer Kind und euch. Wir haben uns daher genauer angeschaut, welche Gefahren mit dem Fahrrad im Straßenverkehr lauern und weshalb euer Nachwuchs besonders schutzbedürftig ist.

 

Gefahrenquellen erkennen und vermeiden

Fahrt ihr selbst viel Rad, dann habt ihr bestimmt schon die eine oder andere Risikostelle identifiziert und könnt eure Route möglichst sicher und stressfrei planen. Auch euer Kind muss lernen, gefährliche Stellen zu erkennen und was es in solchen Situationen zu tun hat. Darum ist es gut und wichtig, dass ihr euer Kind an den Straßenverkehr gewöhnt und auf potentielle Gefahrenquellen vorbereitet:

  • Vor dem Einfahren in eine Kreuzung müsst ihr euch stets davon überzeugen, ob sie gefahrenlos überquert werden kann. Zunächst verringert ihr die Geschwindigkeit und bleibt stehen. Mit dem Blick zu beiden Seiten prüft ihr den Querverkehr (sog. Pendelblick). Eine der größten Risiken bei Kreuzungen stellen rechtsabbiegende Fahrzeuge dar – ihr solltet nicht davon ausgehen, vom Lenker gesehen zu werden. Anzeichen für ein Rechtsabbiegen sind etwa ein einsetzender Blinker oder eine Geschwindigkeitsreduzierung des Fahrzeuges. Sofern möglich, könnt ihr versuchen, Blickkontakt zum Lenker aufzubauen. Im Zweifelsfall immer lieber auf den Vorrang verzichten.

  • Aus- und Einfahrten sind oft schlecht einsehbar, gerade für Kinder wegen ihrer geringeren Körpergröße. Aus diesem Grund solltet ihr euch der Aus- bzw. Einfahrt langsam nähern bis ihr einen guten Einblick in sie gewinnt. Ist alles frei, könnt ihr die Fahrt fortsetzen.

  • Anti-Dooring-Abstand: Achtet darauf, dass ihr einen Abstand von mindestens 1,2 Metern zu geparkten Autos einhält, um nicht von einer sich plötzlich öffnenden Autotür getroffen zu werden.

  • Auch zum Gehsteigrand solltet ihr einen großzügigen Abstand von rund einem Meter halten, damit die Pedale nicht mit der Gehsteigkante kollidieren.

  • Der Tote Winkel bei großen Fahrzeugen, wie Bussen und LKWs, ist besonders groß. Ihr könnt euch schützen, indem ihr euch nicht zu nahe am Fahrzeug bewegt. Bei einer Kreuzung oder Ampel bleibt ihr auf keinen Fall rechts daneben oder direkt vor dem Fahrzeug stehen, weil der Fahrer diesen Bereich nicht einsehen kann. Merkt euch: Könnt ihr dem Fahrer nicht in die Augen schauen, dann kann er euch auch nicht sehen. Am sichersten ist es für euch, stets hinter dem Fahrzeug mit genügend Abstand zu warten.

  • Straßenbahnschienen quert ihr besonders aufmerksam und in einem Winkel von 45-90 Grad.

 

Wahrnehmung des Straßenverkehrs in der Kinderwelt

Die Verkehrsrealtität erfordert – neben einer sicheren Fahrradbeherrschung – einige Fähigkeiten, die bei Kindern erst über die Jahre und mit den Erfahrungen heranreifen. Überschätzt euer Kind daher nicht und bedenkt immer, dass es je nach Alter und Entwicklungsstadium die Umwelt noch ganz anders wahrnimmt als ihr:

  • Es liegt auf der Hand, dass euer Kind wegen der kleineren Körpergröße und des tieferen Sitzes, viele Situationen noch gar nicht überblicken kann. Ihr solltet daher die gewählte Strecke aus der Perspektive eures Kindes betrachten, um riskante Stellen identifizieren können.

  • Seh- und Hörvermögen: Kinder können Entfernungen und Geschwindigkeiten erst mit neun Jahren richtig einschätzen, wobei ihr Blickfeld sogar noch bis zum Alter von 12 Jahren eingeengt ist. So sieht euer Kind etwa ein großes Auto näher als ein kleines und ein seitlich herannahendes Fahrzeug viel schlechter als ihr. Außerdem sind Kinder frühestens im Alter von sieben Jahren in der Lage, Geräusche zu unterscheiden und möglichen Gefahrenquellen zuzuordnen. Davor empfindet euer Kind zum Beispiel ein lautes Auto schneller als ein leises.

  • Aufmerksamkeit und Konzentration: Auch wenn euer sechsjähriges Kind die Aufmerksamkeit schon bewusst steuern kann, ist es in diesem Alter noch sehr leicht ablenkbar, etwa von einem vorbeispazierenden Hund. Mit rund acht Jahren kann euer Nachwuchs schon länger bei einer Sache bleiben und zum Beispiel den Weg zur Schule gemeinsam mit euch konzentriert radeln.

  • Logisches Denken: Bis rund sieben Jahren hat euer Kind eine egozentrische Sichtweise, das heißt wenn es zum Beispiel ein Auto sieht, geht es davon aus, dass es ebenso vom Autofahrer gesehen werden muss.

  • Reaktionszeit: Fünfjährige haben eine rund doppelt so lange Reaktionszeit wie Erwachsene. Erst in der Pubertät gleicht sie sich zunehmend eurer Reaktionszeit an.

  • Gefahrenbewusstsein: Euer Kind trifft noch keine rationalen Entscheidungen, so würde es zum Beispiel den kurzen dem sicheren Weg vorziehen. Ab rund fünf Jahren entwickelt sich ein generelles Bewusstsein für Gefahren, doch erst ein paar Jahre später ist euer Kind wirklich in der Lage, Risiken vorausschauend zu identifizieren. Selbst dann dauert es noch lange Zeit, bis es riskante Situationen auch vermeiden und richtig darauf reagieren kann.

Bis also alle Fähigkeiten richtig gut ausgeprägt sind, ist euer Junior auf eure Vorsicht und Aufmerksamkeit angewiesen. „Learning by doing“ ist der richtige Ansatz – übt fleißig und lasst euer Kind aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, dann wird es immer geschickter und verinnerlicht das richtige Verhalten.

Wollt ihr mehr zum Thema Kinder im Straßenverkehr erfahren, empfehlen wir euch diese Links:

https://www.kindergesundheit-info.de/themen/sicher-aufwachsen/entwicklungsaspekte/gefahrenumgang/entwicklungsaspekte/

https://www.bmvit.gv.at/themen/strasse/verkehrssicherheit/unfallpraevention/kindersicherheit/kleineradprofis.html

weitere Quellen:

https://www.bmvit.gv.at/themen/strasse/verkehrssicherheit/publikationen/rolemodel.html

https://www.radfahrenindergrundschule.de/unterrichtsprogramme/spiele/

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