Der Trend zum Rad–was ist passiert? Umfrage zum veränderten Mobilitätsverhalten

Posted by Sarah Schwarz

Der Trend zum Rad–was ist passiert? Umfrage zum veränderten Mobilitätsverhalten

Posted by Sarah Schwarz

In den letzten Monaten haben wir erlebt, wie Alltagssituationen und Dinge, die uns ganz gewöhnlich erschienen, zu etwas Besonderem geworden sind. Nicht zuletzt haben sich auch einige unserer Gewohnheiten geändert – so haben viele von uns das Radfahren wieder für sich entdeckt oder einfach noch mehr zum Fahrrad gegriffen. Das freut uns natürlich riesig. :D

Angesichts dieser Entwicklungen haben wir uns gefragt, warum Radfahren gerade in Zeiten von Corona weltweit Rückenwind erlebt hat und ob dieser Trend von Dauer sein könnte. Darum haben wir uns mal bei euch umgehört, wie ihr den Rad-Boom erlebt habt. Die wichtigsten Ergebnisse unserer kleinen Umfrage haben wir hier für euch zusammengefasst.

Vorweg hat uns der Lebensraum der 388 TeilnehmerInnen interessiert, wobei der Großteil angab, im städtischen Raum zu leben: So sind rund 27 Prozent der RadlerInnen in einer Großstadt, 20 Prozent in einer mittelgroßen und 15 Prozent in einer größeren Stadt zu Hause. Rund 22 Prozent der Befragten wohnen in einer ländlichen Umgebung.

Weiter geht‘s zum Anlass der Umfrage: Wir wollten wissen, warum in den letzten Wochen und Monaten vermehrt in die Pedale getreten wurde (3 Antwortmöglichkeiten). Hier das Ergebnis im Detail:

Umfrageergebnis Frage 4Mit fast 90 Prozent liegt die körperliche Betätigung an der frischen Luft an erster Stelle, dicht gefolgt von Erlebnis, Spaß und Abwechslung auf Rang 2 und Entspannung an dritter Stelle.


Die Zufriedenheit mit der Radinfrastruktur wurde mit Hilfe einer Skala von 0 (eher unzufrieden) bis 100 (sehr zufrieden) beurteilt: Mit einem Wert von 54 haben die befragten RadlerInnen in Summe eine neutrale Einstellung zur Radinfrastruktur in ihrer Umgebung.

Über das folgende Ergebnis haben wir uns besonders gefreut: Die absolute Mehrheit der TeilnehmerInnen (96 Prozent) gab an, auch in Zukunft noch öfters zum Rad greifen zu wollen. Zusätzlich nannten einige Personen als Grund für die Beantwortung mit „Nein“, dass es gar keine Luft mehr nach oben gebe, weil sie das Fahrrad bereits maximal nutzen würden. :))

Als Gründe dafür, nicht vermehrt aufs Fahrrad zu steigen, wurden zu große Distanzen, die eigene Sicherheit etwa mangels Radwege sowie der Wohnort in einer sehr bergigen Gegend genannt.

 Soviel steht fest: Ob in der Freizeit oder im Alltag, das Fahrrad ist ein toller Begleiter für Groß und Klein. Wir wollten es genauer wissen und haben euch gefragt, für welche Strecken ihr das Fahrrad stärker einsetzen werdet (zwei Antwortmöglichkeiten):

 

Umfrageergebnis Frage 7Fast 90 Prozent werden in Zukunft öfters ihr Fahrrad in der Freizeit bzw. für Ausflüge verwenden. An zweiter Stelle liegen Fahrten zum Kindergarten oder zur Schule. Fast 30 Prozent der TeilnehmerInnen werden das Fahrrad vermehrt für den Weg zur Arbeit und knapp über 20 Prozent für diverse Erledigungen einsetzen.


Anschließend wollten wir noch wissen, was sich ändern müsste, damit ihr noch öfter auf das Fahrrad steigt (drei Antwortmöglichkeiten).

Umfrageergebnis Frage 8

  1. Knapp 73 Prozent der TeilnehmerInnen wünschen sich den Ausbau und eine Verbesserung der Radwege (Wegbreite, Durchgängigkeit, bauliche Trennung vom Autoverkehr, Beleuchtung).

  2. Gefolgt vom Ausbau familienfreundlicher Routen und Trails mit rund 65 Prozent.

  3. Eine Erweiterung des ländlichen Radwegenetzes (Öffnung von Forstwegen, Instandhaltung, Kennzeichnung, …) würde 33 Prozent der Befragten öfter aufs Rad bringen.
  4. 4.+5.  Jeweils rund 21 Prozent würden sich über weniger Autoverkehr und mehr witterungsgeschützte, sichere Abstellplätze freuen.

  5. Platz 6 nimmt mit ca. 20 Prozent die Ausweitung der Förderprogramme für den Kauf/die Reparatur privater Räder ein.

  6. 16 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Möglichkeiten zur Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln.

  7. Schlusslicht im Ranking bildet mit 3 Prozent der Wunsch nach mehr Fahrradverleihen bzw. Sharing-Angeboten.

 

Nach unserer Befragung hat das Fahrrad in den letzten Monaten definitiv mehr Fans gewonnen und die Zeichen stehen gut, dass es sich nicht um eine Eintagsfliege sondern um einen Trend mit Zukunft handelt: So wird auch die Mehrheit unter euch TeilnehmerInnen weiterhin aufs Rad setzen, sowohl in der Freizeit als auch für alltägliche Strecken. Vielerorts wurde bereits mit Sofortmaßnahmen auf das veränderte Mobilitätsverhalten und den erhöhten Platzbedarf reagiert. Pop-Up-Radwege sowie autofreie Zonen von Wien über Brüssel bis Bogotá waren nötige, erste Schritte und schufen einen zusätzlichen Anreiz, sich aufs Rad anstatt ins Auto oder in die Öffentlichen Verkehrsmittel zu setzen. Nicht zuletzt lassen sich daraus wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse für künftige Mobilitätskonzepte und Radwege ziehen, beispielsweise: Wo besteht erhöhter Platzbedarf und wo lauern Gefahren für RadfahrerInnen? Welche Sicherheitsmaßnahmen und Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung sind nötig?

Nochmal ein großes DANKE fürs Mitmachen – wir haben uns sehr über die zahlreiche Teilnahme gefreut und dass so viele von euch genauso viel Lust aufs Radfahren haben wie wir. Ride on!

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